Amazon, Kaufland, OTTO, eBay und ManoMano im Vergleich
Reichweite, Gebühren, Zugang und Eignung nebeneinander. Damit du nicht fragst, welcher Marktplatz der größte ist, sondern welcher zu deinem Sortiment, deiner Marge und deinen Prozessen passt.
im Vergleich
Nicht welcher ist der größte, sondern welcher passt
Amazon kann für eine Marke mit hohem Suchvolumen der stärkste Wachstumskanal sein. Für einen Hersteller von Garten- oder DIY-Produkten ist ManoMano oft strategisch interessanter, obwohl die Gesamtreichweite kleiner ist. Und ein Händler mit breitem Sortiment fährt mit Kaufland oder eBay häufig besser.
Reichweite allein ist deshalb ein schlechtes Auswahlkriterium. 100.000 passende Besucher sind mehr wert als eine Million, die dein Produkt nicht suchen. Wie wir daraus eine Strategie machen, steht auf unserer Seite zur Marktplatz Agentur.
- ✓Passt das Sortiment zur Zielgruppe der Plattform?
- ✓Trägt die Marge Provision, Werbung, Versand und Retouren?
- ✓Wie stark ist der Wettbewerb in deiner Kategorie?
- ✓Wer pflegt Produktdaten, Preise und Kundenservice?
- ✓Welche Aufgabe soll der Kanal übernehmen?
Fünf Marktplätze, harte Zahlen
Die Gebühren stammen von den Plattformen selbst, die Reichweiten aus Marktanalysen. Wo Quellen abweichen, nennen wir eine Spanne statt einer Scheingenauigkeit.
| Marktplatz | Reichweite | Grundgebühr | Provision | Zugang |
|---|---|---|---|---|
| Amazon | über 400 Mio. Besuche im Monat, rund 50 bis 63 % des deutschen Online-Handels | 0,99 € je Artikel oder 39 € im Profi-Tarif | meist 7 bis 15 % | weitgehend offen |
| eBay | rund 106 bis 130 Mio. Besuche im Monat | keine Pflichtgebühr, Shop-Abo optional | rund 7 bis 12 % plus 0,35 € je Bestellung | offen |
| OTTO | über 12 Mio. aktive Kunden, je nach Quelle 50 bis 90 Mio. Besuche | 99,90 € | 5 bis 22 %, nach Preis gestaffelt | kuratiert, Händlerprüfung |
| Kaufland | rund 33 Mio. Besucher im Monat, dazu sechs weitere Länder | ab 39,95 € | 4 bis 16 %, auf Verkaufspreis plus Versand | kuratiert, Händlerprüfung |
| ManoMano | rund 50 Mio. Besuche im Monat europaweit, etwa 7 Mio. aktive Kunden | keine öffentlich einheitliche Angabe | je nach Kategorie, üblicherweise 5 bis 20 % | kuratiert, Händlerprüfung |
Alle Angaben netto und ohne Gewähr, Stand Juni bis August 2026. Verbindlich sind allein die offiziellen Konditionen der Plattformen. Reichweitenzahlen unterscheiden sich je nach Messmethode deutlich, deshalb sind sie als Größenordnung zu verstehen. Bei eBay greift zum 1. Juli 2026 eine Gebührenreform, die in vielen Kategorien die Staffelung durch einen einheitlichen, meist höheren Satz ersetzt.
Wofür jeder Marktplatz wirklich taugt
Amazon
Stark bei: Reichweite, Kaufintention, Advertising, internationaler Skalierung.
Schwach bei: Preisdruck, Wettbewerb, komplexen Richtlinien.
Für die meisten Händler der Ankerkanal, aber selten der günstigste.
Kaufland
Stark bei: günstigem Einstieg, Cross-Border über einen Account, geringerem Werbewettbewerb.
Schwach bei: Preiswettbewerb, Anforderungen an Produktdaten.
Der naheliegendste zweite Kanal neben Amazon.
OTTO
Stark bei: kaufkräftiger, markenaffiner Zielgruppe, kuratiertem Umfeld, weniger Preisdruck.
Schwach bei: hoher Grundgebühr, strengen Prozessanforderungen.
Lohnt sich ab einem Volumen, das die 99,90 Euro trägt.
eBay
Stark bei: Ersatzteilen, Zubehör, Automotive, Nischen, Refurbished, günstigem Einstieg.
Schwach bei: Markenaufbau, Preisvergleich.
Deutlich relevanter, als das alte Image vermuten lässt.
ManoMano
Stark bei: Heimwerken, Haus, Garten, Werkzeug, Sanitär, dazu ein starker französischer Markt.
Schwach bei: allem außerhalb dieser Warenwelt.
Kleinere Reichweite, dafür sehr passgenaue Nachfrage.
Eigener Shop
Stark bei: Marge, Kundendaten, Markenbindung, Unabhängigkeit.
Schwach bei: Reichweite, die du dir erst erarbeiten musst.
Gehört in jede Kanalstrategie, ersetzt aber keinen Marktplatz.
Die Provision ist nur der Anfang der Rechnung
Die sichtbare Verkaufsprovision ist der Teil, über den alle reden. Entscheidend für deinen Deckungsbeitrag sind die Posten daneben. Ein Kanal kann 100.000 Euro Umsatz bringen und trotzdem schlechter dastehen als einer mit 50.000 Euro.
Direkte Plattformkosten
Grundgebühr, Verkaufsprovision, Zahlungsabwicklung und je nach Modell Fulfillment- und Lagerkosten.
Vertriebskosten
Advertising, Rabatte, Gutscheine und Preisaktionen. Gerade auf Amazon steigt dieser Anteil seit Jahren.
Operative Kosten
Versand, Retouren, Produktdatenpflege, Content, Software, ERP- oder PIM-Anbindung und interne Arbeitszeit.
Umsatz ist kein Gewinn. Rechne vor dem Start jede Plattform einmal komplett durch, bis auf den Deckungsbeitrag je Artikel. Das ist der häufigste Fehler, den wir in Erstgesprächen sehen.
Welcher Marktplatz passt zu welchem Sortiment?
Die Plattform sollte immer vom Produkt und vom Kunden her gedacht werden. Ein Gartenwerkzeug braucht eine andere Strategie als ein Sofa oder ein Ersatzteil.
| Sortiment | Erste Wahl | Sinnvolle Ergänzung |
|---|---|---|
| Garten und Outdoor | Amazon, ManoMano | Kaufland, eBay |
| Werkzeug und DIY | ManoMano, Amazon | Kaufland, eBay |
| Home und Living | OTTO, Amazon | Kaufland |
| Möbel | OTTO | Kaufland, Amazon |
| Haushalt | Amazon, Kaufland | OTTO, eBay |
| Beauty | Amazon | Kaufland, OTTO |
| Sanitär und Elektro | ManoMano | Amazon, eBay |
| Ersatzteile und Zubehör | eBay | Amazon, ManoMano |
| Elektronik | Amazon | eBay, Kaufland |
| Refurbished | eBay | Amazon |
| Premium-Marken | OTTO, Amazon | eigener Shop |
| Preisorientierte Sortimente | Kaufland, eBay | Amazon |
Marktplatzsuche wird zur KI-Suche
Amazon beantwortet Produktfragen inzwischen über einen KI-Assistenten, und auch bei Kaufland und OTTO wandert die Suche in Richtung Verständnis statt reinem Keyword-Abgleich. Das verschiebt die Optimierung: Nicht mehr die Keyword-Dichte im Titel entscheidet, sondern ob dein Listing beschreibt, für wen das Produkt ist und welches Problem es löst.
Praktisch heißt das: vollständige Attribute, Bulletpoints in natürlicher Sprache und Bewertungen, die konkrete Anwendungsfälle nennen. Wie wir Sichtbarkeit in KI-Antworten messen und steuern, steht auf unserer Seite zur GEO Agentur.
- ✓Conversion Rate statt reiner Verkaufsgeschwindigkeit
- ✓Vollständige Attribute für die semantische Zuordnung
- ✓Externer Traffic, der auf der Plattform konvertiert
- ✓Account-Gesundheit, Lieferzeit und Retourenquote
- ✓Bewertungen, die Anwendungsfälle beschreiben
Den besten Marktplatz gibt es nicht
Amazon ist nicht automatisch die beste Plattform. Kaufland ist nicht automatisch die günstigere Alternative. OTTO ist nicht nur für Premium. eBay ist nicht nur Gebrauchtware. Und ManoMano ist kein kleineres Amazon. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt eines unserer Projekte:
Reale Zahlen aus einem Kundenprojekt im Bereich Gartengeräte. Einzelergebnisse variieren je nach Ausgangslage, Sortiment und Budget.
Mehr Kanäle sind kein Ziel. Mehr profitabler Umsatz ist es. Wenn du bereits auf einem Marktplatz erfolgreich bist, kann der nächste Schritt ein weiterer Kanal sein. Es kann aber genauso sinnvoll sein, den bestehenden erst profitabler zu machen.
Häufige Fragen zum Marktplatzvergleich
Welcher Marktplatz ist 2026 der beste?
Es gibt keinen besten Marktplatz, nur einen passenden. Amazon bietet die größte Reichweite mit über 400 Millionen Besuchen im Monat und rund 50 bis 63 Prozent Anteil am deutschen Online-Handel, dafür den härtesten Wettbewerb. Kaufland ist beim Einstieg günstig und bietet Cross-Border über einen Account. OTTO erreicht über 12 Millionen kaufkräftige aktive Kunden, verlangt aber 99,90 Euro Grundgebühr im Monat. eBay ist stark bei Ersatzteilen, Zubehör und Refurbished. ManoMano ist der Spezialist für Haus, Garten und DIY. Entscheidend sind Sortiment, Marge und Prozesse.
Was kostet der Verkauf auf den einzelnen Marktplätzen?
Stand Mitte 2026, jeweils netto: Amazon kostet 0,99 Euro je verkauftem Artikel oder 39 Euro im Monat im Profi-Tarif, dazu meist 7 bis 15 Prozent Provision. eBay verlangt keine Pflicht-Grundgebühr, die Provision liegt bei rund 7 bis 12 Prozent plus 0,35 Euro je Bestellung. OTTO kostet 99,90 Euro im Monat bei 5 bis 22 Prozent gestaffelter Provision. Kaufland startet ab 39,95 Euro im Monat bei 4 bis 16 Prozent. Bei ManoMano hängt die Provision von der Kategorie ab und liegt üblicherweise zwischen 5 und 20 Prozent. Verbindlich sind allein die offiziellen Konditionen der Plattformen.
Ist Amazon besser als Kaufland?
Nicht grundsätzlich. Amazon bietet die größere Reichweite und das ausgereiftere Werbesystem, Kaufland den günstigeren Einstieg und weniger Wettbewerb um Werbeplätze. In einem unserer Projekte wuchs Kaufland innerhalb eines Jahres um 257 Prozent, parallel zu Amazon. Für die meisten Händler lautet die Antwort nicht entweder oder, sondern Amazon als Basis plus ein bis zwei passende Zweitkanäle.
Welcher Marktplatz ist der günstigste?
Bei der Grundgebühr ist es eBay, weil dort keine Pflichtgebühr anfällt. Bei der Provision hängt es stark von deiner Kategorie ab: Kaufland beginnt bei 4 Prozent, OTTO kann bis 22 Prozent gehen. Die reine Gebührenbetrachtung führt aber in die Irre. Ein Kanal mit höherer Provision, aber besserer Conversion und weniger Retouren kann unterm Strich profitabler sein. Rechne immer den Deckungsbeitrag je Artikel, nicht die Prozentsätze.
Kann ich auf allen Marktplätzen gleichzeitig verkaufen?
Technisch ja, sinnvoll ist es selten. Jeder zusätzliche Kanal bedeutet Produktdatenpflege, Preisstrategie, Kundenservice und Retourenabwicklung. Ein schlecht gepflegter Kanal kostet mehr, als er einbringt. Die bessere Regel lautet: das richtige Produkt auf dem richtigen Marktplatz, statt alle Produkte überall. Mit einem zentralen ERP oder PIM lassen sich mehrere Kanäle deutlich leichter steuern.
Welche Marktplätze prüfen Händler vor der Freischaltung?
OTTO, Kaufland und ManoMano sind kuratierte Marktplätze und prüfen Sortiment, Servicequalität und Lieferfähigkeit vor der Freischaltung. Je nach Fall dauert das einige Wochen. Amazon und eBay sind weitgehend offen. Die Hürde ist kein Nachteil: Sie hält den Wettbewerb überschaubarer als auf offenen Plattformen.
Lohnt sich ManoMano trotz kleinerer Reichweite?
Für die passende Warenwelt ja. ManoMano erreicht europaweit rund 50 Millionen Besuche im Monat, deutlich weniger als Amazon, dafür sucht dort niemand nach Handyhüllen. In einem unserer Projekte wuchs ManoMano innerhalb eines Jahres um 395 Prozent, von 27.787 auf 137.557 Euro. Passgenaue Nachfrage schlägt Gesamtreichweite, sobald dein Sortiment zur Plattform passt.
Marktplatz oder eigener Onlineshop?
Beides, mit unterschiedlichen Aufgaben. Marktplätze liefern vorhandene Reichweite, Vertrauen und schnelle Skalierung. Der eigene Shop liefert Marge, Kundendaten und Unabhängigkeit. In einem unserer Projekte ist der eigene Shop mit 367.980 Euro Jahresumsatz der drittstärkste von acht Kanälen. Eine stabile Strategie hängt nicht an einer einzelnen Plattform.
Wie finde ich den richtigen Marktplatz für mein Unternehmen?
Analysiere zuerst Sortiment, Zielgruppe, Marge, Wettbewerb und verfügbare Ressourcen, erst danach die Plattform. Konkret: Rechne für zwei bis drei Kandidaten den Deckungsbeitrag je Artikel nach Provision, Werbung, Versand und Retouren durch und prüfe, wer dort bereits verkauft. Wenn du das nicht selbst machen willst, ist unser 30-Minuten-Marktplatz-Check der schnellste Einstieg.
Welcher Marktplatz passt zu deinem Unternehmen?
Wir analysieren Sortiment, Zielgruppe und Ziele und sagen dir, welcher Kanal bei dir zuerst trägt. Konkret, ehrlich und ohne Verkaufsdruck.
Unkompliziert per Google Meet. Antwort in der Regel innerhalb eines Werktags.
