Lesedauer: 17 Minuten
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Kaufland.nl: Was die Marktzahlen wirklich sagen
- Kaufland.es: EPR ist die eigentliche Eintrittshürde
- PPWR seit dem 12. August: der Termin, den fast alle übersehen haben
- GemmaTranslate ersetzt DeepL: was das für Ihre Texte bedeutet
- Kaufland Ads: zwei Updates, die Budget freimachen
- Unser Fahrplan für die nächsten drei Wochen
- Häufige Fragen zu Kaufland.nl und Kaufland.es
- Wie wir Sie unterstützen
- Quellen
- Verwandte Links
Stand: 20. August 2026. Kaufland hat seine Partner heute über fünf Änderungen informiert, die in den nächsten Wochen greifen. Zwei neue Länder, ein neuer Compliance-Service, ein Wechsel des KI-Übersetzers und zwei Werbe-Updates. Wir haben die Ankündigungen geprüft, die Zahlen nachgerechnet und die Punkte markiert, die im Newsletter nicht stehen.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Kaufland.nl geht in rund drei Wochen live, also etwa am 10. September 2026. Kaufland.es folgt rund vier Wochen später, etwa am 8. Oktober 2026. Ein exaktes Datum nennt Kaufland bislang nicht.
- Rund 2.000 Händler haben das Onboarding für die neuen Marktplätze bereits abgeschlossen.
- Für Spanien kommt ein EPR-Service, der die Umweltregistrierung übernimmt. Kosten: 1,90 Euro je Kategorie und Monat plus die tatsächlichen Öko-Beteiligungsgebühren.
- Für die Niederlande gibt es diesen Service nicht. Dort musst du deine Verpackungspflichten selbst regeln.
- Ab dem 2. September 2026 übersetzt Kaufland mit einem eigenen KI-Modell namens GemmaTranslate statt mit DeepL. Die Haftung für deine Rechtstexte bleibt bei dir.
- Bei Sponsored Brand Ads genügt ab sofort ein Produkt statt drei, und die Anzeigen laufen jetzt auch auf Produktdetailseiten.

Kaufland.nl: Was die Marktzahlen wirklich sagen
Kaufland wirbt für die beiden neuen Märkte mit vier Kennzahlen je Land. Wir haben sie gegenübergestellt und um die Kennzahl ergänzt, die im Newsletter fehlt.

Spanien ist der größere Markt, die Niederlande der kaufkräftigere
Spanien hat fast dreimal so viele Einwohner wie die Niederlande, aber nur ein knapp acht Prozent größeres E-Commerce-Volumen. Rechnet man das auf die einzelnen Onlineshopper herunter, dreht sich das Bild: In den Niederlanden entfallen rund 2.260 Euro Online-Umsatz pro Käufer und Jahr, in Spanien rund 1.080 Euro. Das ist mehr als der Faktor zwei.
Für deine Kalkulation heißt das: Der niederländische Markt ist kleiner, aber pro Kunde deutlich lukrativer. Wer margenschwache Produkte mit hohen Versandkosten verkauft, findet in den Niederlanden eher tragfähige Warenkörbe als in Spanien. Wer über Volumen und Preis verkauft, ist in Spanien besser aufgehoben.
Eine Zahl im Newsletter solltest du richtig lesen
Kaufland nennt ein prognostiziertes Wachstum von 18,2 Prozent für die Niederlande und 25,4 Prozent für Spanien, mit Verweis auf Statista 06/2026. Das ist kein Jahreswachstum. Kauflands eigene Länderseite zu Kaufland.nl weist für die Niederlande 3,9 Prozent jährliches Wachstum für den Zeitraum 2026 bis 2030 aus. Über den gesamten Prognosezeitraum summiert sich das auf rund 18 Prozent, was zur Zahl im Newsletter passt.
Wer also seinen Business Case mit 18 Prozent Marktwachstum im ersten Jahr rechnet, rechnet sich reich. Realistisch sind knapp vier Prozent jährlich. Das Wachstum, das du in den ersten zwölf Monaten siehst, kommt nicht aus dem Markt, sondern daraus, dass du einer der ersten auf einer neuen Plattform bist.
Der eigentliche Gegner in den Niederlanden heißt bol.com
Kaufland trifft in den Niederlanden auf einen Platzhirsch. bol kommt auf rund 14 Millionen aktive Kunden bei 18,4 Millionen Einwohnern, bietet etwa 63 Millionen Artikel und hat rund 43.300 Verkaufspartner. Selbst Amazon liegt beim Online-Umsatz in den Niederlanden weiterhin hinter bol.
Das ist kein Argument gegen Kaufland.nl, sondern ein Argument für nüchterne Erwartungen: Kaufland startet in den Niederlanden als Herausforderer, nicht als gesetzter Kanal. Der Vorteil liegt im geringen Wettbewerb innerhalb der Plattform, nicht in der Reichweite der Plattform selbst. Wenn du den niederländischen Markt ernsthaft erschließen willst, führt an bol kaum ein Weg vorbei. Wie der Einstieg dort ohne niederländische Niederlassung funktioniert, haben wir in unserem Beitrag bol.com: verkaufen ohne Niederlassung in den Niederlanden beschrieben.
Kaufland.es: EPR ist die eigentliche Eintrittshürde
Was EPR überhaupt bedeutet
EPR steht für Extended Producer Responsibility, auf Deutsch erweiterte Herstellerverantwortung. Das Prinzip: Wer ein Produkt in einem Land in Verkehr bringt, zahlt für dessen spätere Entsorgung mit. Betroffen sind vor allem Verpackungen, Elektrogeräte und Batterien. Praktisch bedeutet das drei Schritte je Land und je Produktkategorie:
- Eintragung in das nationale Herstellerregister, dafür erhältst du eine Registrierungsnummer.
- Vertrag mit einem zugelassenen Rücknahmesystem, der sogenannten PRO (Producer Responsibility Organization), in Spanien zum Beispiel Ecoembes.
- Jährliche Mengenmeldung und Zahlung der Öko-Beteiligungsgebühren.
Es gibt keine EU-weite Sammelregistrierung. Du brauchst die Nummern in jedem Land, in das du verkaufst. Fehlt eine Nummer, blockiert der Marktplatz die betroffenen Angebote. Das ist einer der häufigsten Gründe für gesperrte Listings, wie wir auch in unserem Überblick auf Kaufland verkaufen 2026 beschrieben haben.
Was der EPR-Service by Kaufland abnimmt

Der Service, den Kaufland aus Frankreich kennt und nun für Spanien ankündigt, nimmt dir die Registrierung ab. Fehlen dir die spanischen Umweltkennnummern, stellt Kaufland sie automatisch bereit und weist sie deinen Kategorien zu. Berechnung, Meldung und Zahlung der Öko-Beteiligungsgebühren an die PRO laufen dann fristgerecht über Kaufland, monatliche Reports im Seller Portal zeigen Verkäufe und Gebühren.
Das ist tatsächlich ein spürbarer Vorteil. Denn eine eigene EPR-Registrierung in Spanien setzt eine spanische Steuernummer (NIF oder NIE) und in der Regel einen Bevollmächtigten mit Sitz in Spanien voraus. Das kostet Zeit und laufende Gebühren, die deutlich über 1,90 Euro im Monat liegen.
Was der Service kostet
| Zahl der EPR-Kategorien | Servicegebühr pro Monat | Servicegebühr pro Jahr |
|---|---|---|
| 1 Kategorie | 1,90 Euro | 22,80 Euro |
| 3 Kategorien | 5,70 Euro | 68,40 Euro |
| 5 Kategorien | 9,50 Euro | 114,00 Euro |
| 8 Kategorien | 15,20 Euro | 182,40 Euro |
Dazu kommen die tatsächlichen Öko-Beteiligungsgebühren. Die richten sich nach Kategorie, Material und Verkaufsvolumen und werden ohne Aufschlag an dich weitergegeben. Die Servicegebühr fällt an, solange die Kategorie aktiv ist, also auch in Monaten ohne Umsatz.
Drei Lücken, die im Newsletter nicht stehen
Erstens: Die Niederlande sind nicht dabei. Kaufland kündigt den EPR-Service für Spanien an, nicht für Kaufland.nl. In den Niederlanden gilt derzeit noch eine Bagatellgrenze von 50 Tonnen Verpackungsmaterial pro Jahr, unterhalb derer keine Registrierungspflicht beim Afvalfonds Verpakkingen besteht. Diese Grenze soll zum 1. Januar 2027 fallen. Prüfe also jetzt, ob du darüber liegst, und plane die Registrierung für Anfang 2027 ein. Die jährliche Meldefrist in den Niederlanden ist der 31. März.
Zweitens: Der Service gilt nur für deine Kaufland-Verkäufe. Wenn du parallel über deinen eigenen Shop, über Amazon oder über einen anderen Marktplatz nach Spanien lieferst, brauchst du dafür eine eigene Registrierung. Der Kaufland-Service deckt diese Mengen nicht ab.
Drittens: Die Haftung bleibt bei dir. Kaufland weist selbst darauf hin, dass die Verantwortung für die Rechtskonformität deiner Produkte beim Händler liegt. Kennzeichnung der Verpackung, Angaben auf der Rechnung und deine AGB musst du weiterhin selbst korrekt halten. Nicht abgedeckt sind außerdem Ersatzreifen, Kunststofftüten und Tabakfilter.
PPWR seit dem 12. August: der Termin, den fast alle übersehen haben
Acht Tage vor diesem Newsletter ist die neue EU-Verpackungsverordnung PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) in Kraft getreten. Sie gilt seit dem 12. August 2026 unmittelbar in allen Mitgliedstaaten und ersetzt nach und nach die nationalen Einzelregelungen.
Wichtig für dich: Die PPWR schafft die Pflicht zur Registrierung nicht ab. Du musst dich weiterhin in jedem Land einzeln registrieren. Was sich ändert, sind die Anforderungen an Recyclingfähigkeit, Kennzeichnung und Mengenreduktion, die schrittweise greifen. Mehrere Länder, darunter die Niederlande, Belgien und Irland, streichen im Zuge der PPWR ihre Bagatellgrenzen.
Wenn du also ohnehin gerade deine EPR-Unterlagen für Spanien zusammenstellst, ist das der richtige Moment, den Rest deines Länderportfolios gleich mit zu prüfen.
GemmaTranslate ersetzt DeepL: was das für deine Texte bedeutet
Ab dem 2. September 2026 übersetzt Kaufland Produkt-, Angebots- und Rechtstexte nicht mehr über DeepL, sondern über ein internes KI-Modell namens GemmaTranslate. Kaufland begründet den Wechsel mit höherer Genauigkeit und Datensicherheit: Als internes Tool greift das Modell auf geschützte Systemdaten zu, die ein externer Anbieter aus Datenschutzgründen nicht sehen darf.
Was hinter dem Namen steckt: Gemma ist eine Familie offener KI-Modelle von Google. Offen bedeutet, dass Unternehmen sie auf eigenen Servern betreiben können, statt Daten an einen externen Dienst zu schicken. Google hat im Januar 2026 mit TranslateGemma eine auf Übersetzung spezialisierte Variante veröffentlicht. Kaufland nennt keine Details zur Herkunft des Modells, die Namensähnlichkeit legt aber genau diesen Weg nahe. Für dich ist vor allem eines relevant: Deine Produktdaten verlassen das Kaufland-System nicht mehr.
Der Punkt, den du ernst nehmen solltest
Ein Modellwechsel bedeutet, dass sich Formulierungen ändern. Bei Produkttiteln ist das ein Qualitätsthema, bei Rechtstexten ist es ein Haftungsthema. Widerrufsbelehrungen, AGB und Datenschutzhinweise sind rechtlich verbindlich, und die Verantwortung für ihre Richtigkeit liegt bei dir, nicht bei Kaufland.
Unsere Empfehlung: Lass deine niederländischen und spanischen Rechtstexte nicht maschinell übersetzen, sondern nutze geprüfte Rechtstexte in der jeweiligen Landessprache. Für Kaufland.nl und Kaufland.es gibt es diese bereits von spezialisierten Anbietern. Die automatische Übersetzung ist gut genug für Produktbeschreibungen und Kundenanfragen, sie ist nicht gut genug für Dokumente, die vor einem Gericht Bestand haben müssen.
Du kannst die Übersetzungsfunktion im Seller Portal jederzeit verwalten oder abschalten. Wenn du bereits eigene, lektorierte Texte hinterlegt hast, prüfe nach dem 2. September stichprobenartig, ob diese unverändert geblieben sind.
Kaufland Ads: zwei Updates, die Budget freimachen

SPA erkennt jetzt Budgetfresser automatisch
Sponsored Product Ads (SPA) sind bezahlte Produktanzeigen, die in Suchergebnissen und auf Produktseiten erscheinen. Neu ist eine automatische Kennzeichnung leistungsschwacher Produkte in der Kampagnenübersicht und auf den Detailseiten. Du siehst also auf einen Blick, welche Artikel Budget verbrauchen, ohne zu verkaufen, kannst danach filtern und die Produkte direkt pausieren oder ihre Gebote anpassen.
Der Hebel dahinter ist der ACOS (Advertising Cost of Sales), also der Anteil der Werbekosten am erzielten Umsatz. Ein Produkt, das viele Klicks sammelt und wenig verkauft, treibt diesen Wert nach oben und entzieht deinen Bestsellern Budget. Genau diese Produkte macht das Feature jetzt sichtbar.
Unser Hinweis aus der Praxis: Pausiere nicht reflexartig alles, was das System markiert. Ein Produkt kann kurzfristig schwach performen, weil es aus der BuyBox gefallen ist, weil der Preis nicht mehr wettbewerbsfähig ist oder weil die Produktdaten unvollständig sind. Prüfe erst die Ursache, dann die Kampagne. Sonst pausierst du ein Sortimentsproblem statt es zu lösen.
SBA läuft ab sofort mit einem einzigen Produkt
Sponsored Brand Ads (SBA) sind Markenanzeigen, die mehrere Produkte gemeinsam mit Logo und Markenauftritt zeigen. Zwei Änderungen:
- Neue Platzierung: SBA erscheinen jetzt zusätzlich auf Produktdetailseiten im Bereich “Empfohlene Marke”. Du erreichst Kunden also genau dann, wenn diese sich intensiv mit einem vergleichbaren Produkt beschäftigen. Aktive Kampagnen sind automatisch freigeschaltet, du musst nichts tun.
- Mindestanzahl gesenkt: Statt drei Produkten genügt jetzt ein einziges. Der praktische Nutzen: Ist ein Artikel vergriffen oder verliert die BuyBox, läuft deine Kampagne weiter, statt komplett auszufallen.
Kaufland empfiehlt trotzdem, mehrere Produkte zu kombinieren, weil das Anzeigendesign dann besser wirkt. Das deckt sich mit unserer Erfahrung: Ein Produkt ist die Ausfallsicherung, nicht das Ziel. Wie du Kaufland-Werbung strukturiert entlang des Funnels aufbaust, zeigen wir auf unserer Seite zur Kaufland Marktplatz Agentur.
Unser Fahrplan für die nächsten drei Wochen
- Diese Woche: Onboarding für Kaufland.nl im Seller Portal starten. Zum Start dabei zu sein ist der einzige echte Sichtbarkeitsvorteil, den ein neuer Marktplatz bietet.
- Diese Woche: Bestseller identifizieren und Versandgruppen für NL prüfen. Starte mit 20 bis 50 Artikeln, nicht mit dem Vollsortiment.
- Bis 2. September: Rechtstexte für NL und ES in geprüfter Fassung hinterlegen. Nach dem Modellwechsel greift die maschinelle Übersetzung auch auf Rechtstexte zu.
- Bis 2. September: USt-Registrierung oder OSS-Verfahren klären. Ohne saubere umsatzsteuerliche Grundlage kein rechtssicherer Verkauf ins EU-Ausland.
- Im September: EPR-Service für Spanien aktivieren, sobald verfügbar. Ohne gültige Nummer je Kategorie kein Verkauf auf Kaufland.es.
- Im September: SPA-Kampagnen mit dem neuen Filter durchgehen. Freigewordenes Budget lässt sich direkt in die neuen Märkte umleiten.
- Bis Ende 2026: Verpackungsmengen für die Niederlande erfassen. Die 50-Tonnen-Grenze soll zum 1. Januar 2027 fallen.
Häufige Fragen zu Kaufland.nl und Kaufland.es
Wann genau startet Kaufland.nl?
Kaufland nennt im Partner-Newsletter vom 20. August 2026 einen Zeitraum von rund drei Wochen, was etwa dem 10. September 2026 entspricht. Ein exaktes Datum hat Kaufland bisher nicht veröffentlicht. Kaufland.es folgt rund sieben Wochen nach dem Newsletter, also etwa Anfang Oktober 2026.
Kostet der Verkauf in den Niederlanden und Spanien extra?
Nein, Kaufland erhebt keine zusätzliche Grundgebühr je Land. Du zahlst weiterhin eine monatliche Grundgebühr für dein Verkäuferkonto sowie eine Verkaufsprovision, die je nach Kategorie üblicherweise zwischen vier und sechzehn Prozent liegt. Zusätzliche Kosten entstehen durch Versand, gegebenenfalls den EPR-Service und deine steuerliche Registrierung.
Brauche ich eine spanische oder niederländische Umsatzsteuernummer?
Wenn du aus Deutschland versendest und die EU-weite Lieferschwelle von 10.000 Euro überschreitest, kannst du das OSS-Verfahren (One Stop Shop) nutzen und die Umsatzsteuer zentral über das Bundeszentralamt für Steuern melden. Eine lokale Registrierung wird erforderlich, sobald du Ware im Zielland lagerst. Kläre das vor dem Start mit deinem Steuerberater.
Deckt der EPR-Service by Kaufland auch die Niederlande ab?
Nein. Kaufland hat den Service für Frankreich im Einsatz und kündigt ihn für Spanien an. Für die Niederlande gibt es bislang keine entsprechende Ankündigung. Verpackungspflichten gegenüber dem Afvalfonds Verpakkingen musst du dort selbst erfüllen.
Was kostet der EPR-Service by Kaufland?
1,90 Euro netto je EPR-Kategorie und Monat. Bei fünf Kategorien sind das 9,50 Euro monatlich. Dazu kommen die tatsächlichen Öko-Beteiligungsgebühren, die nach Kategorie und Verkaufsvolumen berechnet und ohne Aufschlag weitergegeben werden.
Was ist eine IDU-Nummer?
Die IDU-Nummer (Identifiant Unique) ist die eindeutige Umweltkennnummer, die ein Händler je EPR-pflichtiger Kategorie benötigt. Der Begriff stammt aus dem französischen System, Kaufland nutzt ihn auch für die spanischen Kennnummern. Ohne gültige Nummer je Kategorie kannst du die betroffenen Produkte im jeweiligen Land nicht verkaufen.
Muss ich mich in den Niederlanden für Verpackungen registrieren?
Derzeit gilt eine Bagatellgrenze von 50 Tonnen Verpackungsmaterial pro Jahr. Wer darunter bleibt, ist von der Registrierungspflicht beim Afvalfonds Verpakkingen befreit. Diese Grenze soll zum 1. Januar 2027 entfallen. Für Einwegkunststoffartikel gilt die Befreiung schon heute nicht. Die jährliche Meldefrist ist der 31. März.
Kann ich der Umstellung auf GemmaTranslate widersprechen?
Der Übersetzungs- und Transfer-Service lässt sich im Seller Portal verwalten und abmelden. Wenn du eigene, geprüfte Texte in der Landessprache hinterlegen möchtest, ist das der richtige Weg. Kaufland stellt die Umstellung zum 2. September 2026 um, ohne dass du aktiv werden musst.
Sind KI-Übersetzungen gut genug für Rechtstexte?
Für Produktbeschreibungen und Kundenanfragen ja, für Rechtstexte nein. Widerrufsbelehrung, AGB und Datenschutzhinweise sind rechtlich verbindliche Dokumente, und die Verantwortung für ihre Richtigkeit liegt beim Händler. Nutze hier geprüfte Rechtstexte für die Niederlande und Spanien statt maschineller Übersetzungen.
Lohnt sich Kaufland.nl trotz bol?
Als zusätzlicher Kanal ja, als Ersatz für bol nein. bol hat rund 14 Millionen aktive Kunden bei 18,4 Millionen Einwohnern und liegt beim Online-Umsatz in den Niederlanden vor Amazon. Kaufland startet dort als Herausforderer. Der Vorteil liegt im geringen Wettbewerb innerhalb der neuen Plattform, nicht in ihrer Reichweite. Wer den niederländischen Markt ernsthaft aufbaut, sollte beide Kanäle betrachten.
Sollte ich zum Start dabei sein oder abwarten?
Zum Start dabei zu sein ist der einzige Zeitpunkt, an dem ein neuer Marktplatz Sichtbarkeit quasi verschenkt: wenige Anbieter, wenig Wettbewerb um Rankings, hohe organische Sichtbarkeit pro Angebot. Dieser Effekt verfliegt binnen weniger Monate. Starte deshalb schlank mit deinen Bestsellern statt mit dem Vollsortiment, und erweitere erst, wenn Nachfrage und Retourenquote belastbar sind.
Brauche ich Kundenservice auf Niederländisch und Spanisch?
Kaufland übersetzt Kundenanfragen automatisch, was den Einstieg möglich macht. Niederländische Kunden sind allerdings ein hohes Service-Niveau gewohnt und reagieren empfindlich auf verzögerte oder erkennbar maschinelle Antworten. Für einen Testlauf reicht die automatische Übersetzung, für einen dauerhaften Kanal solltest du muttersprachlichen Support einplanen.
Was passiert mit meinen Angeboten, wenn eine EPR-Nummer fehlt?
Der Marktplatz blockiert die betroffenen Angebote. Das gilt nicht nur für Kaufland, sondern für alle Marktplätze in der EU. Fehlende EPR-Nummern sind einer der häufigsten Gründe für plötzlich deaktivierte Listings, und die Wiederherstellung dauert oft länger als die ursprüngliche Registrierung.
Wie wir dich unterstützen
Wir begleiten Marken seit über zehn Jahren beim Aufbau und der Optimierung von Marktplatzkanälen, von Amazon über Kaufland bis OTTO. Für den Start in den Niederlanden und Spanien heißt das konkret: Sortimentsauswahl nach Marge und Wettbewerbslage, Übersetzung und Optimierung der Produktdaten, Aufbau der Werbekampagnen und Klärung der Compliance-Fragen im Vorfeld statt nach der ersten Sperrung.
Einen Überblick, welcher Marktplatz zu welchem Sortiment passt, findest du in unserem Marktplatzvergleich 2026. Unsere Leistungspakete und Preise sind auf der Seite Pakete und Preise zusammengefasst. Wenn du vor dem Start eine Einschätzung möchtest, ob sich Kaufland.nl oder Kaufland.es für dein Sortiment rechnet, sprich uns an.
Quellen
- Kaufland Global Marketplace, Partner-Newsletter vom 20. August 2026
- Kaufland Seller University: EPR-Management by Kaufland sowie EU-Verpackungsverordnung PPWR
- Kaufland Unternehmensmitteilung zur Marktplatz-Expansion nach Spanien und in die Niederlande
- Kauflandglobalmarketplace.com, Länderseite Kaufland.nl (Marktdaten Niederlande)
- WKO, Übersicht zu PPWR und Verpackungspflichten in Spanien
- take-e-way, Meldung zum Wegfall der Registrierungsschwellen in den Niederlanden
- Onlinemarktplatz.de, Marktdaten zu bol in den Niederlanden
- Google Research, Veröffentlichung zu TranslateGemma (Januar 2026)


